Die besten Energie-Karten für Home Assistant

Von Thomas K. 1. März 2026 8 Min. Lesezeit

Das eingebaute Energy Dashboard von Home Assistant ist ein guter Anfang. Wenn Sie aber genau das sehen wollen, was für Sie zählt – auf einen Blick, auf dem Wandtablet oder am Handy –, brauchen Sie eigene Lovelace-Karten. Die richtigen Karten machen aus rohen Messwerten etwas, das Sie tatsächlich jeden Tag anschauen.

Hier sind die besten Energie-Karten für Home Assistant, jeweils mit fertigem YAML.

Jede Karte hier greift auf die Sensoren zu, die Ihr Energie-Setup ohnehin bereitstellt – es lohnt sich also, die zuerst sauber zu bekommen. Unser großer Guide zum Energiemonitoring mit Home Assistant beschreibt die Hardware und die Entitäts-Attribute, die diese YAML-Schnipsel voraussetzen.

1. Power Flow Card (Tesla-Optik)

Die power-flow-card (über HACS erhältlich) zeigt in Echtzeit, wie Energie zwischen Netz, PV-Anlage, Batterie und Hausverbrauch fließt. Das ist die Karte, die den meisten vor Augen steht, wenn sie "Energie-Dashboard" hören.

lovelace dashboard
type: custom:power-flow-card
entities:
  grid:
    entity: sensor.grid_power
    name: Grid
  solar:
    entity: sensor.solar_power
    name: Solar
  battery:
    entity: sensor.battery_power
    name: Battery
    state_of_charge: sensor.battery_soc
  home:
    entity: sensor.home_power
    name: Home
watt_threshold: 50
kw_decimals: 1

Animierte Linien zeigen die Flussrichtung. Solange die Anlage produziert, sehen Sie Energie von der PV ins Haus wandern und – bei Überschuss – weiter in die Batterie oder ins Netz. Nachts dreht sich die Richtung um: vom Netz oder aus der Batterie ins Haus.

Installation

Eigene Karten installieren Sie über HACS (Home Assistant Community Store). Dort auf HACS > Frontend gehen, nach dem Kartennamen suchen und installieren. Anschließend die Ressource in den Dashboard-Einstellungen eintragen.

2. Energy Distribution Card (mitgeliefert)

Seit 2023.x bringt Home Assistant eine eigene Karte zur Energieverteilung mit. Ohne HACS – sie übernimmt die Konfiguration Ihres Energy Dashboards automatisch:

lovelace dashboard
type: energy-distribution
link_dashboard: true

Schlicht, aufgeräumt, null Konfiguration. Sie zieht ihre Daten aus den Einstellungen des Energy Dashboards und zeigt ein Flussdiagramm mit den aktuellen Leistungswerten. Die Option link_dashboard macht die Karte anklickbar und springt zum vollständigen Energy Dashboard.

3. Gauge-Karten für die aktuelle Leistung

Zeigerinstrumente liefern sofortiges visuelles Feedback zur aktuellen Leistungsaufnahme. Farbige Schwellenwerte machen auf einen Blick klar, ob der Verbrauch normal, erhöht oder hoch ist:

lovelace dashboard
type: gauge
entity: sensor.grid_power
name: Grid Power
min: 0
max: 8000
unit: W
severity:
  green: 0
  yellow: 3000
  red: 5000
needle: true

Setzen Sie max auf Ihre übliche Spitzenlast. Die Schwellenwerte sollten zu Ihren Zielen beim Lastspitzen-Kappen passen: grün für normal, gelb für erhöht, rot für "da läuft gerade etwas Großes".

Anzeige für die PV-Erzeugung

lovelace dashboard
type: gauge
entity: sensor.solar_power
name: Solar Production
min: 0
max: 6000
unit: W
severity:
  red: 0
  yellow: 1000
  green: 3000
needle: true

Bei der PV drehen Sie die Farblogik um: Grün steht für gute Erzeugung, Rot für wenig Ertrag.

Diese Karten und zwölf weitere liefern wir fertig konfiguriert im Energy Dashboard Guide mit. Kopieren, einfügen, anpassen – inklusive 65 Seiten Dashboard-YAML.

4. Tageskosten und Verbrauch auf einen Blick

Eine Entities-Karte mit den wichtigsten Zahlen des Tages. Sie beantwortet "Was habe ich heute schon verbraucht?" ohne einen einzigen Klick:

lovelace dashboard
type: entities
title: Today's Energy
entities:
  - entity: sensor.daily_energy
    name: Consumption
    icon: mdi:lightning-bolt
  - entity: sensor.daily_energy_cost
    name: Cost
    icon: mdi:currency-eur
  - entity: sensor.daily_solar_production
    name: Solar Produced
    icon: mdi:solar-power
  - entity: sensor.electricity_price
    name: Current Rate
    icon: mdi:tag-outline

5. Verlaufsgrafik für Trends

Eine 24-Stunden-Grafik zeigt, wie sich der Verbrauch über den Tag verteilt. Praktisch, um Ihre Spitzen zu finden und zu prüfen, ob die Automationen greifen:

lovelace dashboard
type: history-graph
title: Power Usage (24h)
hours_to_show: 24
entities:
  - entity: sensor.grid_power
    name: Grid
  - entity: sensor.solar_power
    name: Solar

6. ApexCharts Card (für Fortgeschrittene)

Für anspruchsvollere Auswertungen erzeugt die apexcharts-card (HACS) richtig professionelle Diagramme. Hier ein gestapeltes Balkendiagramm mit dem Tagesverbrauch nach Quelle:

lovelace dashboard
type: custom:apexcharts-card
header:
  title: Weekly Energy
  show: true
graph_span: 7d
span:
  end: day
series:
  - entity: sensor.daily_energy
    type: column
    name: Grid
    group_by:
      func: max
      duration: 1d
    color: "#e74c3c"
  - entity: sensor.daily_solar_production
    type: column
    name: Solar
    group_by:
      func: max
      duration: 1d
    color: "#f1c40f"

ApexCharts ist die flexibelste Diagrammkarte überhaupt. Sie beherrscht Linien, Balken, Flächen, Streudiagramme und Radialgrafiken mit sehr weitreichenden Anpassungsmöglichkeiten.

7. Mushroom Cards (modernes UI)

Die mushroom-Karten (HACS) bringen eine klare, moderne Optik mit, die auf Tablets und Smartphones besonders gut wirkt. Die Chips-Karte eignet sich perfekt als schmale Energie-Statusleiste:

lovelace dashboard
type: custom:mushroom-chips-card
chips:
  - type: entity
    entity: sensor.grid_power
    icon: mdi:transmission-tower
    content_info: state
  - type: entity
    entity: sensor.solar_power
    icon: mdi:solar-power
    content_info: state
  - type: entity
    entity: sensor.battery_soc
    icon: mdi:battery
    content_info: state
  - type: entity
    entity: sensor.daily_energy_cost
    icon: mdi:currency-eur
    content_info: state

Diese kompakten Chips zeigen das Wichtigste in einer einzigen Zeile. Setzen Sie sie als Statusleiste ganz oben auf Ihr Dashboard.

Alles zusammensetzen

Ein durchdachtes Energie-Dashboard ist meist so aufgebaut:

  1. Oberste Zeile: Status-Chips (aktuelle Leistung, PV, Batterie, Tageskosten)
  2. Hauptbereich: Power Flow Card oder Energy Distribution Card
  3. Mitte: Zeigerinstrumente für Netzleistung und PV-Erzeugung nebeneinander
  4. Unten: Verlaufsgrafik oder ApexCharts-Wochenvergleich

Tipp zur Performance

Bleiben Sie bei maximal acht bis zehn Karten pro Dashboard. Jede Karte fragt beim Laden die Datenbank ab. Zu viele verlaufsbasierte Karten (Grafiken, ApexCharts) bremsen das Dashboard spürbar aus – besonders auf älterer Hardware.

Fertige Dashboard-Konfigurationen holen

Unser Energy Dashboard Guide enthält komplette Dashboard-YAMLs für verschiedene Setups: PV mit Batterie, reiner Netzbezug und Mehrtarif. Kopieren, einfügen, anpassen. 65 Seiten, inklusive 24 Monaten Kompatibilitäts-Updates.

Hinweis: Der Guide selbst ist auf Englisch — wie die Home-Assistant-Dokumentation. Die Website und der Support sind auf Deutsch.

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Zum Schluss: auf einen Blick erfassbar

Das beste Energie-Dashboard ist eines, das Sie in drei Sekunden verstehen. Wenn Sie am Wandtablet vorbeigehen, sollten Sie sofort wissen: Produziere ich gerade? Verbrauche ich viel? Was kostet mich der Tag bisher?

Große Zahlen, klare Farben, wenig Text – darauf kommt es an. Die detaillierten Diagramme heben Sie sich für die Momente auf, in denen Sie sich hinsetzen und Trends analysieren.